Um *1415 - ?
Andreas Walsperger ist wahrscheinlich um 1415 als Sohn eines
Tischlers in Radkersburg geboren. Im Dezember 1434 erhielt er bei den
Benediktinern zu St. Peter in Salzburg die Profess. 1442 verließ Frater
Andreas des Kloster der Benediktiner, warum und wohin er ging, ist nicht
überliefert. Erst 1448 findet sich wieder eine Spur von ihm, da schuf
er in Konstanz am Bodensee die berühmte Weltkarte. Die Rundkarte hat die
Ausmaße 57,7 x 75 cm und ist auf Pergament gezeichnet. Sie gilt als
einziges erhaltenes Kulturdenkmal dieser Art im deutschen Sprachraum. Im
16. Jahrhundert war sie möglicherweise im Besitz der Fugger, 1622 kam
sie vermutlich durch Maximilian I. von Bayern an Papst Gregor XV und
seither wird die Karte in der Bibliotheca Apostolica Vaticana in Rom
aufbewahrt.
Andreas Walsperger stellte die Erde als flache Scheibe dar, um das
Kartenbild herum sind 12 Kreise oder Sphären gekennzeichnet.
Heidnische Städte kennzeichnete Walsperger durch schwarze,
christliche durch rote Punkte. Die Darstellung des dichtbesiedelten
Europas mit vielen Städte- und Ländernamen beweist selbständige
Kenntnisse Walspergers, die Mittelmeerinseln sind eher willkürlich gezeichnet. Jerusalem wird in der Mitte der Karte als Mittelpunkt der
Erde dargestellt, wobei für Asien nicht genug Platz blieb. Afrika war
zur Zeit Walspergers unbekannt. Ob Walsperger vor und nach dieser Karte
noch weitere gezeichnet hat, wann und wo er gestorben und begraben ist,
ist derzeit nicht bekannt.
Eine genauere Beschreibung finden Sie in der Festschrift
"700 Jahre Stadt Bad Radkersburg",
die Sie online bestellen können.
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